USA 2019 Tag 15 von Indianapolis nach Kokomo

Nach dem gestrigen Ruhetag habe ich es heute langsam angehen lassen. Auf dem Programm steht eine Etappe von Indianapolis nach Kokomo von 100 km Länge, die auch noch sehr flach ist. Um kurz nach halb zehn habe ich mich auf den Weg gemacht. Kurz nach dem Airbnb ging es auf den Indianapolis Cultural Trail, der nichts anderes ist ein gut ausgebauter Fahrradweg entlang der Strassen, der die Sehenswürdigkeiten der Stadt miteinander verbindet. Für Besucher eine tolle Idee. Diesem folge ich von Süden her durch Downtown und dann nach Norden aus der Stadt heraus, wobei er in den Monon Trail übergeht. Beim Monon Trail handelt es sich um eine ehemalige Bahnstrecke, die hervorragend als Fahrradweg hergerichtet wurde.

Nach ungefähr einer Stunde, in der ich gerade mal 15 Kilometer geschafft habe (auch hier hat es in der Stadt unzählige Ampeln und Kreuzungen), habe ich direkt am Trail ein Fahrradgeschäft entdeckt. Dort habe ich Halt gemacht und nach einer Trinkflasche aus Aluminium gefragt. Leider hatten sie nur den Plastik-Schrott. Aber sie haben mich einen Outdoor-Laden verwiesen, nur 300 Meter die Strasse runter. Dort wurde ich dann auch sehr schnell fündig! Leider als Outdoor-Trinkflasche und nicht als Fahrrad-Trinkflasche, d.h. kein “Trinknippel” sondern mit Drehverschluss. Aber die passt perfekt in meine Halterung und ist zudem noch isoliert. Hauptsache aber ist, dass ich nicht den Weichmacher vom Plastik ins Wasser bekomme, das kann mit Aluminium nicht passieren. Ein erfolgreicher Stopp!

Eine weitere Stunde später, ungefähr nach 30 Kilometern, geht Indianapolis in die Vorstadt Carmel über. Dort musste ich den Trail verlassen, da ich der offiziellen Fahrradroute 35 weiter folgen möchte. Ich erhoffe mir davon gut fahrbare Wege. Das, was ich von Carmel gesehen habe, sa wirklich sehr schön aus. Tolle Wohngegenden und viel Wasser in Form von kleinen Seen. Hier kann man leben! Da es schon fast Mittagszeit ist, nutze ich die Gunst der Stunde in einer Stadt unterwegs zu sein und halte meine Augen auf, ob ich etwas nettes zum Essen finde.

Zuerst kam ich an einem Steak-Restaurant vorbei. Weisse Tischtücher, Weingläser etc. Abends gerne, aber nicht mit verschwitzter Fahrradkleidung. Ein Stück weiter ein Pizza-Hut. Ich überlege kurz, möchte aber lieber was leichteres. Die Amis machen immer alles so fettig mit extra viel Käse. Das würde mir zu schwer im Magen liegen, ich habe noch ein paar Stunden Fahrt vor mir. Dann fand ich noch nahe dem Ende von Carmel ein kleines Café. Das sah ganz nett aus und ich konnte draussen sitzen. Dort habe ich mir ein Truthahn-Sandwich mit einem Root-Bier bestellt. Das Sandwich war, typisch amerikanisch, riesig und viel zu viel für eine Mahlzeit. Aber immerhin sehr lecker. Nach der Hälfte war ich pappsatt und habe die andere Hälfte einpacken lassen. Die führe ich mir heute Abend zu Gemüte. Zwei Mahlzeiten mit Getränk und Trinkgeld für $15, super!

Seitdem ich den Trail verlassen habe durch ganz Carmel hindurch kann ich auf einem kombinierten Geh- und Radweg fahren. Nach Carmel ging es dann aber leider auf der Strasse weiter. Ganze 36 Kilometer musste ich auf der Hauptstrasse fahren, ohne Radweg. Zwar mit einem Seitenstreifen, aber dieser war gerade mal so breit wie mein Lenker und es kam noch ein heftiger und böiger Seitenwind auf. Der Verkehr war die Hölle. Hier würde ich definitiv niemanden entlang schicken, viel zu gefährlich! Aber für Indiana ist das die offizielle Fahrradroute 35!

22 Kilometer vor meinem Ziel konnte ich den Höllen-Highway endlich verlassen und bin dann auf kleinen Strassen mit wenig Verkehr zwischen Feldern und durch kleine Dörfer bis nach Kokomo gelangt. Nur die letzten 500 Meter musster ich wieder auf einen vierspurigen Highway, da an diesem mein Motel liegt. Aber das war kein Problem, es hatte hier einen sehr breiten Seitenstreifen und die paar Meter sind schnell zurück gelegt. Dann war ich auch schon in meinem Motel 6, konnte mein Zimmer beziehen, ein paar Softdrinks für $1 pro Dose aus dem Automaten ziehen und daraus wurde dann mit der zweiten Hälfte meines Lunch-Sandwichs ein leckeres Dinner.

Der Tag an sich war, bis auf die lange Strecke auf dem Highway und dem starken Seitenwind, sehr schön. Ich konnte ihn langsam angehen lassen und das Wetter war sehr prächtig. Heute war ich den ganzen Tag mit speziellen Fahrradsandalen unterwegs, so können meine Quadratlatschen auch mal etwas Sonne abbekommen. Mit genau 100 Kilometer hatte die Tour auch eine schöne Länge. Über alles bin ich mit dem heutigen Tag sehr zufrieden.

🕑 Ø
4:56 100 km 20.3 km/h 350 m 330 m

Dein
Marcus

Geschrieben am August 28, 2019