USA 2019 Tag 7 — Ruhetag in Pittsburgh

Vor einer Woche bin ich mit dem Schiff in Philadelphia angekommen und heute sitze ich bereits in Pittsburgh. In den vergangenen sechs Tagen habe ich insgesamt 676 km geschafft und mit meiner Leistung bin ich bisher sehr zufrieden. Keine Wehwehchen, kein Zwacken, alles heil und alles funktioniert einwandfrei. Aber es wurde Zeit, dass ich einen Ruhetag einlege. Die letzten beiden Etappen über die Great Allegheny Passage waren sehr fordernd und daher werde ich heute mein Fahrrad nichtmal anfassen. Das hat sich auch einen Ruhetag verdient.

Ich schlafe nicht allzu lange, mein Körper hat sich an das für mich frühe Aufstehen gewöhnt und wacht auch ohne Wecker recht früh auf. Aber ich drehe mich noch ein paar mal um, ehe ich dann doch aufstehe. Nach dem obligatorischen Frischmachen und der Vorbereitung der morgigen Tour (Verlauf auf Komoot prüfen und dann auf das Garmin kopieren) informiere ich mich noch über den öffentlichen Verkehr. Nur hundert Meter vom Airbnb gibt es eine Bushaltestelle, die mich direkt nach Downtown bringt.

Wie üblich muss man in den USA das Fahrgeld passend parat haben, in 1-Dollor-Scheinen und Viertel-Dollar-Münzen. Eine einfache Fahrt kostet $2.75, die habe ich noch passend. Für die Rückfahrt werde ich es schon passend bekommen, denn ich werde in der Stadt sicher Geld ausgeben.

Im Zentrum war es dann ganz schön heiss. Es war sowieso schon ein heisser Tag und der viele Beton und Asphalt haben es nicht gerade angenehmer gemacht. Wind war nicht wahrnehmbar. Ich habe mich dann entschieden, nicht wirklich Sightseeing zu machen und bin einfach etwas in Downtown herumgelaufen und habe mir die ganzen Hochhäuser angeschaut. Am Fluss war ich auch unterwegs und als mein Hunger grösser wurde, habe ich mir ein Café direkt am Theater Square im Cultural District ausgesucht, da es auf dem Platz etwas Schatten hatte, man draussen sitzen konnte und gerade ein paar Musiker einen Live-Auftritt vorbereitet haben.

Die Musik war ganz okay, das Café nicht. Es hat sehr gute Bewertungen bei Google, aber die Snacks waren extrem teuer. Sehr extrem. Vom Preis her habe ich ein Hauptgericht erwartet, bekam aber nur einen kleinen Bissen. Den hatte ich zuerst für den “Gruss aus der Küche” gehalten. Aber das war dann mein Essen. Ich würde sagen, das war etwa um den Faktor fünf zu teuer. Nach diesem “Appetizer” war ich immer noch hungrig und habe mich dann wieder auf den Weg zurück ins Airbnb gemacht.

Am Abend habe ich dann zum ersten Mal in meinem Leben Uber Eats ausprobiert. Ich habe mir einen Thai ausgesucht und dort Frühlingsrollen mit Hühnchen und gebratenen Reis mit Rindfleisch bestellt. Das hat sehr gut geklappt und ich fand es total interessant, per Live-Tracking das Abholen und Liefern meines Essens zu beobachten. Es wurde mir von Linda gebracht und ich habe in der Sekunde die Haustür geöffnet, als sie um die Ecke gefahren kam. Das Essen war reichlich und auch sehr lecker, Getränke hatte ich mir aus der Stadt mitgebracht. Dazu gab es dann noch einen Film vom Notebook und schon war der Tag vorüber. Ich habe nicht viel gemacht und es heute ruhig angehen lassen, wie man das an einem Ruhetag so macht. Damit der Körper auch Gelegenheit und Zeit hat, sich zu regenerieren. Denn es werden mit Sicherheit noch einige sehr schwere Etappen auf mich zu kommen…

Dein
Marcus

Geschrieben am August 20, 2019